Bauanleitung Radbrille

 Eine kleine Bau- bzw. Bastelanleitung einer Radbrille für Brillenträger

 

Nachdem ich mich die letzte Saison mit einer normalen Brille begnügte und mir häufiger die Augen getränt hatten, wollte ich unbedingt mit einer ordentlichen Radbrille in die neue Saison starten. Allerdings schreckten mich die Preise für eine Radbrille in Sehstärke auch gleich wieder ab.

Bis zu 400.-€ sollte so eine Brille kosten.

Dabei stellte ich mir gleich vor wie schnell die bei einem Sturz kaputt gehen kann. Nachdem ich dann die Modelle mit Sehclip gesehen hatte und ich vom Austausch der Scheiben ziemlich angetan war, stand mein Entschluss, mir selber so eine Brille zu basteln fest. Zunächst musste ein geeignetes und umbaufähiges Modell her. Nach kurzer Recherche hatte ich mir das Modell "racer" von UVEX ausgesucht.

 

Die Brille gibt es im Onlinehandel unter 50.-€ inklusive zwei Wechselscheiben und einer praktischen Aufbewahrungstasche.

Dann brauchte ich noch eine Brille in Sehstärke die ich zu diesem Zweck auseinanderschnippeln konnte.

Bei "Brille24" wurde ich sogleich fündig und habe mir das Modell "Mackay" in meiner Sehstärke bestellt für sagenhafte 39.-€ mit entspiegelten Kunststoffgläsern, hardcoatversiegelt. Man darf sich fragen wie das geht.

Die Brille wurde mir dann direkt aus China zugeschickt.

Vermutlich ist das die Antwort auf die Frage.

Auf jeden Fall kam die Brille in überraschend guter Qualität daher. Ich habe mich dann gleich daran gemacht die Bügel und das Nasenpad

zu entfernen. Ein komisches Gefühl bei einer neuen Brille, aber ich brauchte ja das ganze Zeug nicht.

Wie man auf dem Bild sieht ist ausser den Bügeln und den Nasenpads ja auch nicht viel dran, weshalb ich mich genau für dieses rahmenlose Modell entschieden hab.

Nachdem nun alles Überflüssige entfernt war, mussten die beiden Brillen nur noch miteinander verheiratet werden.

An der Stelle muss ich gestehen dass ich so in meine Arbeit vertieft war, dass ich es versäumt habe von den Zwischenschritten Bilder zu machen.

Ich versuche es aber so gut wie möglich zu beschreiben und mit einer Skizze zu verdeutlichen.

Zunächst musste eine Befestigungsmöglichkeit am Brillengestell hergestellt werden. Ich habe mich für eine 3,1 mm Bohrung mit Senkung in der Mitte des Brillengestells entschieden. Dort soll später mit einer 3mm Senkkopfschraube der Clip am Brillengestell befestigt werden.

Man kann das Loch sogar mit dem Bohrer von Hand in das Brillengestell aus Kunststoff machen. Das bietet sich sogar an wenn man keine kleine Ständerbohrmaschine zur Verfügung hat. Anschließend noch eine kleine Senkung, so dass die Senkkopfschraube gerade so eben mit der Oberfläche des Brillengestells ist.

Aber Vorsicht!

Nicht zu viel Senken, sonst wird das Gestell zu dünn und kann brechen.

 Dann ist der Verbindungswinkel zwischen Brillengestell und optischen Gläsern dran. Als Basismaterial habe ich beidseitig mit Kupfer beschichtete Epoxidharzplatten verwendet (Platinenmaterial aus der Elektronik).

Das hat den Vorteil dass man die Einzelteile nachher zusammenlöten kann und somit eine festere und dauerhaftere Verbindung als eine Klebestelle erhält. Zum Anderen kann man in das Epoxidmaterial auch ein  Gewinde schneiden. So habe ich mir das Ganze vorgestellt und auch umgesetzt.

Mit einer Stichsäge habe ich mir die Teile aus dem Epoxi-Material gesägt , die Löcher gebohrt, Gewinde geschnitten und die Einzelteile nach Skizze zusammengelötet. Bei der Gestaltung der Teile ist etwas  Kreativität gefragt. Je nachdem für welches Brillengestell man sich entschieden hat können die Teile auch ganz unterschiedlich aussehen. Damit sich der Nasenbügel zwischen den beiden Halteplättchen nicht mehr verdrehen kann, habe ich zwischen die beiden Plättchen etwas Zweikomponentenkleber getan.

 Den fertigen Befestigungswinkel und den Kopf der Senkkopfschraube habe ich zum Abschluß noch mit schwarzem Mattlack angepinselt. So fällt der Befestigungswinkel und die Schraube am Brillengestell kaum auf.

Hier ein leider ziemlich unscharfes Bild vom fertigen Clip.

Ich versuche bei Gelegenheit mal noch ein besseres Bild hin zu bekommen.

 

Das Resultat meiner Bastelei sieht dann so aus.

Ich habe jeder Wechselscheibe noch ein eigenes Nasenpad spendiert, da Diese beim häufigen Wechsel oben an der Biegung brechen.

Die gesamten Projektkosten beliefen sich auf ca. 80.-€. Nachdem ich jetzt schon ein paar Mal mit der Radbrille unterwegs war und sie sogar beim Skifahren auf hatte und sie mir ein paar Mal unbeschadet runter gefallen ist, kann ich das Projekt als gelungen betrachten.

 

Viel Spaß beim Nachbasteln!